Hier sehen Sie einige Beispiele der von mir verwendeten Schriften mit ein paar historischen Fakten :


Capitalis rustica

 

Diese Schrift ist eine Variante der antiken römischen Capitalis. Die Rustica (von lat. rusticus „ländlich, bäuerlich“) zeichent sich durch ihre schmale, kurvig-bogige Formgebung aus. Die Rustica kommt bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. auf und bleibt bis ins 5. Jahrhundert n. Chr. in Gebrauch. Sie war in der Antike die vorherrschende Buchschrift und wurde im weiteren Verlauf des Mittelalters als Auszeichnungsschrift z. B. für Überschriften verwendet.


Unzialis

 

Die Unziale oder Unzialschrift (lat. Uncialis) ist eine Majuskelschrift  (Großbuchstabenschrift), die wahrscheinlich aus der älteren römischen Kursive entstanden ist. Die Unziale entstand im 4. Jahrhundert und wurde bis zum 6. Jahrhundert für Bücher (Codices) und darüber hinaus als Auszeichnungsschrift verwendet.


karolingische Minuskeln

 

Als karolingische Minuskel wird eine Schriftart bezeichnet, die nach neuesten Erkenntnissen Mitte des 8. Jahrhunderts als Regionalschrift im Königskloster Corbie entstanden ist. Die karolingische Minuskel zeichnet sich durch Klarheit und Einfachheit des Schriftbildes aus. Aus ihr entwickelten sich die humanistische Minuskel die heutigen Kleinbuchstaben der lateinischen Schrift.


kursive Antiqua

 

Die Antiqua bildete sich in der Epoche des Humanismus (15. Jahrhundert) in Italien als zunächst handgeschriebene Buchschrift heraus. Antiqua (lat. antiquus „alt, einstig“) bezeichnet im allgemeinen Sinne Schriftarten mit gerundeten Bögen, die auf dem lateinischen Alphabet basieren.  Antiqua-Schriften und deren Mischformen sind heute die am häufigsten genutzten Druck- und Schreibschriften für westliche Sprachen.



Englische Schreibschrift

 

Es war im 19. Jahrhundert in England Mode geworden, mit der neu entwickelten stählernen Spitzfeder zu schreiben. Die sehr schräge englische Schreibschrift mit ihren großen Unter- und Oberlängen und ihrem veränderlichen Strich (Schwellzug) ist zwar dekorativ, aber technisch anspruchsvoll zu schreiben.

Englische Schreibschrift wird auch Anglaise oder Copperplate (Kupferstecherschrift)  genannt.


Fraktur/Textur

 

Die Fraktur  (lat:  »fractura«  bedeutet »Bruch«), ist eine Schriftart aus der Gruppe der gebrochenen Schriften. Sie war von Mitte des 16. bis Anfang des 20. Jahrhunderts die meistbenutzte Druckschrift im deutschsprachigen Raum. Im weiteren Sinne schließt der Sammelbegriff Frakturschriften auch verwandte Schriften wie Textur und Schwabacher mit ein.

 

Zu Beginn der nationalsozialistischen Ära war die Fraktur zunächst ein  willkommenes Instrument der ideologischen und politischen Propaganda. Ab 1939 allerdings wurden die gebrochenen Schriften zum Thema einer zunehmend rassistisch-antisemitischen Polemik, welche 1941 in einem für Adolf Hitler gezeichneten Schrift-Verdikt gipfelte, in dem die Fraktur verboten und die Antiqua zur Normalschrift erklärt wurde


Grotesk


Unter Grotesk-Schriften im engeren Sinne versteht man serifenlose Varianten der Antiqua.


Als Serife bezeichnet man die (mehr oder weniger) feinen Linien, die einen Buchstabenstrich am Ende, quer zu seiner Grundrichtung, abschließen.